Blaue Lagune

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Auf dieser Seite möchte ich verschiedene Sachen
einfügen die zum Nachdenken anregen sollen.

 

Eure Kinder sind nicht Euer Besitz.

Sie sind Söhne und Töchter der Sehnsucht
des Lebens nach sich selbst.

Sie kommen durch Euch, aber nicht von Euch.

Ihr könnt ihnen Eure Liebe geben,
aber nicht Eure Gedanken,

denn sie haben ihre eigenen Gedanken.

Ihr könnt ihren Körpern ein Zuhause geben,
aber nicht ihren Seelen,

denn ihre Seelen wohnen in dem Haus von morgen,

das Ihr nicht besuchen könnt,

nicht einmal in Euren Träumen.

Wenn Ihr wollt, könnt Ihr Euch bemühen
zu werden wie sie,

aber Ihr dürft sie nicht dahin bringen wollen,

zu werden wie Ihr.

Denn das Leben geht nicht rückwärts
Und hält sich nicht auf beim Gestern.

Chalil Dshibran
( persischer Dichter, 1883-1931)

Dieses Gedicht schrieb eine alte Frau,
die seit langem in einem Altenheim lebte
und von der man meinte, sie sei desorientiert.
Nach ihrem Tod fand man es bei ihren Sachen.

Seht mich an

Was seht ihr Schwestern, was seht ihr?
Denkt ihr, wenn ihr mich anschaut:
Eine mürrische alte Frau,
nicht besonders schnell,
verunsichert in ihren Gewohnheiten,
mit abwesendem Blick,
die ständig beim Essen kleckert,
die nicht antwortet, wenn ihr sie anmeckert,
weil sie wieder nicht pünktlich fertig wird.
Die nicht so aussieht,
als würde sie merken was ihr macht
und ständig den Stock fallen lässt,
füttern, waschen und alles was dazu gehört.

Denkt ihr denn so von mir, Schwestern
wenn ihr mich seht, sagt ?!

Öffnet die Augen, Schwestern !!!
Schaut mich genauer an !!!
Soll ich euch erzählen, wer ich bin,
die hier so still sitzt,
die macht was ihr möchtet
und isst und trinkt,
wenn es euch passt?

Ich bin ein zehnjähriges Mädchen
mit einem Vater und einer Mutter,
die mich lieben
und einem Bruder und einer Schwester.

Ein sechzehnjähriges Mädchen,
schlank und hübsch,
die davon träumt, bald einem Mann zu begegnen.

Eine Braut, fast zwanzig,
mein Herz schlägt schneller
beim Gedanken an die Versprechungen,
die ich gegeben und gehalten habe.

Mit fünfundzwanzig noch habe ich einige Kleine,
die mich zu Hause brauchen.

Eine Frau mit dreißig,
meine Kinder wachsen schnell und helfen einander.

Mit vierzig sind sie alle erwachsen und ziehen aus.
Mein Mann ist noch da und die Freude nicht zu Ende.

Mit fünfzig kommen die Enkel und erfüllen unsere Tage. Wieder haben wir Kinder, mein Geliebter und ich.

Dunkle Tage kommen über mich, mein Mann ist tot.
Ich gehe in eine Zukunft voller Einsamkeit und Not.

Die meinen haben mit sich selbst zu tun,
aber die Erinnerung von Jahren
und die Liebe bleiben mein.

Die Natur ist grausam, wenn man alt wird und krumm
und wirkt etwas verrückt.

Nun bin ich eine alte Frau,
die ihre Kräfte dahinsiechen sieht
und der Charme verschwindet.
Aber in diesem alten Körper wohnt immer noch
ein junges Mädchen,
ab und zu wird mein mitgenommenes Herz erfüllt.
ich erinnere mich an meine Freuden.
Ich erinnere mich an meinen Schmerz
und ich liebe und lebe mein Leben noch einmal,
das allzu schnell an mir vorüber geflogen ist
und akzeptiere kühle Fakten,
das nichts bestehen kann.

Wenn ihr Eure Augen aufmacht ! Schwestern
so seht ihr nur ?? eine mürrische alte Frau ??
Kommt näher, seht ! MICH ! MICH.

Die nun folgende Geschichte habe ich vor einiger Zeit
als E-mail erhalten.

Jack schaute kurz noch einmal auf sein Tacho, bevor er langsamer wurde : 73 in einer 50er Zone. Das vierte mal in gleicher Anzahl von Monaten. Wie konnte ein Typ denn so oft erwischt werden ? Als er sein Auto auf 10 km/h abbremste, fuhr Jack rechts ran. Lass den Polizisten doch wieder einmal herummoppern über seinen Fahrstil. Vielleicht würde ein noch schnellerer Autofahrer an ihnen vorbei flitzen, an dem der Bulle mehr Interesse hätte. Der Polizist stieg aus seinem Auto aus, mit einem dicken Notizbuch in der Hand. Bob? Bob aus der Kirche ? Jack sank tiefer in seinen Sitz. Das war nun schlimmer als der Strafzettel. Ein christlicher Bulle erwischt einen Typen aus seiner eigenen Kirche. Ein Typ der etwas angespannt war, nach einem langen Tag im Büro. Einen Typen der morgen Golf spielen wollte. Als er aus seinem Auto sprang,erblickte er den Typen, den er jeden Sonntag in der Kirche sah. Er hatte den Mann noch nie in Uniform gesehen.

Hi Bob.Komisch, daß wir uns so wieder sehen !" - "Hallo Jack." Kein Lächeln. "Ich sehe Du hast mich erwischt in meiner Eile nach Hause zu kommen, um meine Frau und Kinder zu sehen." "Ja, so ist das." Bob schien unsicher zu sein. Gut. "Ich bin die Tage erst sehr spät aus dem Büro gekommen. Ich denke auch das ich die Verkehrs- regeln nun mehr als einmal gebrochen habe." Jack schoß einen Kieselstein an die Bordsteinkante. "Diane erwähnte etwas von Roastbeef und Kartoffeln heute Abend.Verstehst Du, was ich meine ?" "Ich weiß, was Du meinst.Ich weiß auch, daß Du ein Gesetz soeben gebrochen hast."Aua. Dies geht in die falsche Richtung. Zeit die Taktik zu ändern. "Bei wie viel hast Du mich erwischt ?" - "Siebzig. Würdest Du Dich bitte wieder in Dein Auto setzen ?" - "Ach Bob, warte bitte einen Moment. Ich habe sofort gecheckt, als ich Dich gesehen habe ! Ich habe mich auf 65 km/h geschätzt !"
Ich konnte mit jedem Strafzettel besser lügen. "Bitte Jack, setz Dich wieder in Dein Auto." Genervt quetschte Jack sich durch die noch immer offene Türe. Ein Knall. Türe zu. Er starrte auf sein Armaturenbrett. Bob war fleißig am
Schreiben auf seinem Notizblock. Warum wollte Bob nicht Führerschein und Papiere sehen? Was auch immer der Grund war, es würde einen Monat an Sonntagen vergehen, bis er sich in der Kirche wieder neben diesen Polizisten
setzen würde.Bob klopfte an die Tür.Er hatte einen Zettel in der Hand. Jack öffnete das Fenster, maximal 5cm,gerade genug, um den Zettel an sich zu nehmen.Bob gab ihm den Zettel durch. "Danke."Jack konnte die Enttäuschung nicht aus seiner Stimme halten. Bob setzte sich wieder ins Auto ohne ein Wort zu verlieren. Jack wartete und schaute durch seinen Spiegel zu. Dann faltete er den Zettel auf. W
as würde ihn dieser Spaß wieder kosten ?
Hey ! Warte mal ! War das ein Witz ?
Dies war kein Strafzettel. Jack las :

Lieber Jack, ich hatte einmal eine kleine Tochter. Als sie
sechs Jahre alt war, starb sie bei einem Verkehrsunfall.
Richtig geraten - der Typ ist zu schnell gefahren. Einen
Strafzettel, eine Gebühr und drei Monate Knast und der
Mann war wieder frei. Frei um seine Töchter wieder in
den Arm nehmen zu dürfen. Alle drei konnte er wieder lieb
haben. Ich hatte nur eine und ich werde warten müssen,
bis ich in den Himmel komme, bevor ich sie wieder in den
Arm nehmen kann.Tausend Mal habe ich versucht diesem Mann zu vergeben.Tausend Mal habe ich gedacht ich hätte es geschafft.Vielleicht habe ich es geschafft, aber ich muß immer wieder an sie denken. Auch jetzt. Bete bitte für mich.Und sei bitte vorsichtig Jack. Mein Sohn ist alles
was ich noch habe. Gruß - Bob"

Jack drehte sich um und sah Bobs Auto wegfahren. Er fuhr die Straße wieder runter. Jack schaute bis er nicht mehr zu sehen war. Ganze 15 Minuten später drehte er um und fuhr langsam nach Hause. Er betete um Verzeihung und zu Hause angekommen nahm er seine überraschte Frau und Kinder in den Arm und drückte sie ganz feste.

Das Leben ist so wertvoll. Behandle es mit Sorgfalt.

Wie oft ist man in Eile?
Wie oft vergisst man auch in einem Wohngebiet
einmal auf das Tacho zu sehen?
Ist es nicht so, daß man für ein Tier am Strassenrand bremst und bei Kindern immer denkt, sie wären schon so vernünftig stehen zu bleiben?

Dieses Gedicht habe ich vor längerer Zeit in der Ostsee-Zeitung gefunden und es hat mich persönlich sehr bewegt, weil es ein 17- jähriges Mädel geschrieben hat.

Sie

Sie hatte Kummer, versuchte ihn zu ertränken-
zu ertränken in Alkohol.
Zuerst half es ihr, machte sie frei,
frei von all ihrem Kummer, ihren Ängsten.
Brachte sie in eine Stimmung
in der sie alles um sich herum vergaß.

Doch dann eines Tages- kam etwas hinzu.
Sie spürte eine Veränderung etwas neues,
noch nie da Gewesenes
ein Zittern, und den ganzen Tag
spürte sie diese eisige Kälte.
Sie wurde nervöser,
machte sich Sorgen um ihren Zustand.

Die Leute fingen an zu tuscheln,
doch sie hielt das alles nur für dummes Gerede.
Sie sagte sich immer wieder,
die ganze Welt sei gegen sie.
Zog sich immer mehr zurück,
bis es nur noch sie gab,
sie und die Flasche.

Doch eines Tages war auch sie nicht mehr da;
da gab es nur noch die Flasche - die Flasche,
die ihr Leben zerstörte.

( Mareen Krabbe , Grimmen )

Ich mache mit! Auch du solltest mitmachen und dieses Gedicht kopieren. Es passieren einfach noch viel zu viele Unfälle aufgrund von Alkohol auf den Straßen, bei denen immer wieder Unschuldige zu Tode kommen. Hilf mit, dieses Gedicht soll um die ganze Welt gehen!!!

Warum Mami?

Alkohol am Steuer: Tod einer Unschuldigen

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TOD EINER UNSCHULDIGEN

Ich ging zu einer Party, Mami, und dachte an Deine Worte. Du hattest mich gebeten, nicht zu trinken,
und so trank ich keinen Alkohol.

Ich fühlte mich ganz stolz, Mami, genauso, wie Du es vorhergesagt hattest. Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken, Mami, auch wenn die anderen sich mokierten.

Ich weiß, dass es richtig war, Mami, und dass Du immer recht hast. Die Party geht langsam zu Ende,
Mami, und alle fahren weg.

Als ich in mein Auto stieg, Mami, wusste ich, dass ich heil nach Hause kommen würde: aufgrund Deiner Erziehung - so verantwortungsvoll und fein.

Ich fuhr langsam an, Mami, und bog in die Strasse ein. Aber der andere Fahrer sah mich nicht
und sein Wagen traf mich mit voller Wucht.

Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami,
hörte ich den Polizisten sagen, der andere sei betrunken. Und nun bin ich diejenige, die dafür büßen muss.

Ich liege hier im Sterben, Mami, ach bitte, komm' doch schnell. Wie konnte mir das passieren?
Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon.

Ringsherum ist alles voll Blut, Mami, das meiste ist von mir. Ich höre den Arzt sagen, Mami,
dass es keine Hilfe mehr für mich gibt.

Ich wollte Dir nur sagen, Mami, ich schwöre es, ich habe wirklich nichts getrunken. Es waren die anderen, Mami,
die haben einfach nicht nachgedacht.

Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich, Mami. Der einzige Unterschied ist nur:
Er hat getrunken, und ich werde sterben.

Warum trinken die Menschen, Mami?
Es kann das ganze Leben ruinieren.
Ich habe jetzt starke Schmerzen,
wie Messerstiche so scharf.

Der Mann, der mich angefahren hat, Mami, läuft herum, und ich liege hier im Sterben. Er guckt nur dumm.

Sag' meinem Bruder, dass er nicht weinen soll, Mami. Und Papi soll tapfer sein. Und wenn ich dann im Himmel bin, Mami, schreibt "Papis Mädchen" auf meinen Grabstein.

Jemand hätte es ihm sagen sollen, Mami, nicht trinken und dann fahren. Wenn man ihm das gesagt hätte, Mami, würde ich noch leben.

Mein Atem wird kürzer, Mami, ich habe große Angst. Bitte, weine nicht um mich, Mami.
Du warst immer da, wenn ich Dich brauchte.

Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mami, bevor ich von hier fortgehe: Ich habe nicht vor dem Fahren getrunken, warum bin ich diejenige, die sterben muss?

ANMERKUNG: Dieser Text in Gedichtform war an der Springfield High School (Springfield, VA, USA) in Umlauf, nachdem eine Woche zuvor zwei Studenten bei einem Autounfall getötet wurden. Unter dem Gedicht steht folgende Bitte:

JEMAND HAT SICH DIE MÜHE GEMACHT, DIESES GEDICHT ZU SCHREIBEN. GIB ES BITTE AN SO VIELE MENSCHEN WIE MÖGLICH WEITER. WIR WOLLEN VERSUCHEN, ES IN DER GANZEN WELT ZU VERBREITEN, DAMIT DIE LEUTE ENDLICH BEGREIFEN, WORUM ES GEHT.

Der Lebensfaden
Reine Handarbeit

Wir alle stricken unser Leben
jeden Tag ein Stück weiter.

Die einen stricken liebevoll und sorgsam,

man merkt, welche Freude es ihnen bereitet,

ihr ,,Lebenswerk,, zu gestalten.

Die anderen stricken mühevoll und ungern,
man merkt, welche Kraft und Arbeit es sie kostet
,,Leben,, jeden Tag neu aufzunehmen.

Manche wählen ein kompliziertes Muster,
andere ein ganz schlichtes.

Oft ist es ein buntes Maschenwerk,

oder ein Stück in tristen Farben.

Nicht immer können wir die Farbe selber wählen

und auch die Qualität der Wolle wechselt,

mal weiß und flauschig weich,
mal grau und kratzig.

Und öfters läßt man eine Masche fallen,
oder sie fällt ohne dein Zutun

und zurück bleiben Löcher
und ein unvollständiges Muster.
Manchmal reißt der Faden
und es hilft nur ein dicker Knoten.

Wenn wir unser Leben betrachten,
wissen wir genau, welche Stellen es sind.

Und so oft geschieht es, daß einer

sein Strickzeug in die Ecke schmeißt.

Es wird für uns Menschen,
ebenso ein Geheimnis bleiben,

wieviel Lebensfäden uns noch zu verstricken bleiben.

Du hast die Nadeln in deiner Hand.
Du kannst das Muster wechseln,

die Technik oder das Werkzeug.

Nur aufribbeln kannst du nicht,

auch nicht ein kleines winziges Stück.

Die Spur

Ein Mann hatte einen Traum.
Er träumte, daß er mit Gott an einem Strand entlang spazieren ginge. Am Himmel zogen Szenen aus seinem Leben vorbei und für jede Szene waren Spuren im Sand zu sehen. Der Mann bemerkte manchmal zwei Spuren und manchmal nur eine Spur. Er bemerkte weiter, daß sich zu Zeiten größerer Not nur eine Spur zeigte. Deshalb fragte er den Herrn: " Herr, ich habe bemerkt, daß zu den traurigsten Zeiten meines Lebens nur eine Spur zu sehen ist. Du hast mir aber versprochen, stets bei mir zu sein. Ich verstehe nicht, warum du mich da, wo ich dich am nötigsten brauchte, allein gelassen hast!" Da antwortete ihm Gott: "Mein Freund, in den Tagen, in denen du am meisten gelitten hast, mich am nötigsten gebraucht hast, da wo nur eine Spur im Sand zu sehen war, da habe ich dich getragen."

Ein Lächeln

Ein Lächeln kostet nichts und gibt viel,
Es macht den reich, der es empfängt
und macht den nicht arm, der es gibt.
Es währet nur einen Augenblick,
aber sein Nachhall kann ewig sein.
Niemand ist so reich,
daß er es gering achten dürfe.
Niemand ist so arm,
daß er nicht davon geben könnte.
Es schafft das Glück zuhause,
die Stärke bei den Geschäften
und das Gefühl für den Nächsten.
Ein Lächeln gibt Entspannung bei Müdigkeit
und bei Erschöpfung gibt es neuen Mut.
Es ist Trost in der Traurigkeit
und es gibt Heilung bei jedem Schmerz.
Wie gut, daß man es nicht kaufenoder stehlen kann,
denn es hat seinen Wert nur dann
wenn man es verschenkt.
Und wenn du eine Stunde erlebst
die dir das erwartete Lächeln versagt,
sei nachsichtig und gib das deine,
denn niemand braucht ein Lächeln so sehr
wie derjenige, der es den anderen nicht zu geben weiß!

Auch den nun nachfolgenden Text habe ich vor einigen Monaten in Form einer eMail bekommen. Und mich hat er schon mächtig zum Nachdenken gebracht. Lies ihn doch einfach und bilde dir deine eigene Meinung.

Michael

Michael war so eine Art Typ, der wirklich wahnsinnig machen konnte. Er war immer guter Laune und hatte immer was positives zu sagen. Wenn ihn jemand fragte, wie´s ihm ginge, antwortete er: "Wenn´s mir besser gehen würde, wäre ich zwei Mal vorhanden." Er war der geborene Optimist. Hatte einer seiner Angestellten mal einen schlechten Tag, meinte Michael zu ihm, er solle die positive Seite der Situation sehen.

Seine Art machte mich wirklich  derart neugierig, daß ich eines Tages auf ihn zuging und zu ihm sagte: "Das kann ich einfach nicht verstehen. Du kannst doch nicht ständig ein positiv denkender Mensch sein, wie machst du denn das?"

Michael entgegnete: "Wenn ich am Morgen aufwache, sage ich mir, du hast zwei Möglichkeiten. Du kannst wählen, ob du guter oder schlechter Laune sein willst. Und ich will eben guter Laune sein. Jedes Mal, wenn etwas passiert, kann ich selbst wählen, ob ich der Leidtragende einer Situation sein oder ob ich etwas daraus lernen will. Jedes Mal, wenn jemand zu mir kommt um sich zu beklagen, kann ich entweder sein Klagen akzeptieren oder ich kann auf die positive Seite des Lebens hinweisen. Ich habe die positive Seite gewählt." "Ja gut, aber das ist nicht so einfach", war mein Einwand. "Doch, es ist einfach", meinte Michael, "das Leben besteht aus lauter Auswahlmöglichkeiten. Du entscheidest, wie du auf gewisse Situationen reagieren willst. Du kannst wählen, wie die Leute deine Laune beeinflussen. Dein Motto ist: Du kannst darüber entscheiden, wie du dein Leben führen willst." Ich dachte darüber nach, was Michael gesagt hatte. Kurze Zeit später verließ ich Tower Industry, um mich selbstständig zu machen. Wir verloren uns aus den Augen, aber ich dachte oft an ihn, wenn ich mich für das Leben entschied, statt darauf zu reagieren.

Einige Jahre später erfuhr ich, daß Michael in einen schweren Unfall verwickelt war. Er stürzte etwa 18m von einem Fernmeldeturm. Nach 18 Stunden im Operationssaal und Wochen intensiver Pflege, wurde Michael mit Metallstützen in seinem Rücken aus dem Krankenhaus entlassen. Als ich ihn fragte, wie es ihm ginge, erwiderte er: "Wenn es mir besser ginge, wäre ich zwei Mal vorhanden. Möchtest du meine Operationsnarben sehen?"

Ich verzichtete darauf, fragte ihn aber, was in ihm vorgegangen sei im Augenblick des Unfalls.

"Nun das erste, was mir durch den Kopf ging war, ob es meiner Tochter, die bald darauf zur Welt kommen sollte, gut ginge. Als ich dann so am Boden lag, erinnerte ich mich, daß ich zwei Möglichkeiten hatte: Ich konnte wählen, ob ich leben oder sterben wollte." "Hattest du Angst? Hast du das Bewusstsein verloren?" wollte ich wissen. Michael fuhr fort: "Die Sanitäter haben wirklich gute Arbeit geleistet. Sie hörten nicht auf, mir zu sagen, dass es mir gut ginge. Aber als sie mich in die Notaufnahme rollten, sah ich den Gesichtsausdruck der Ärzte und Schwestern, der sagte: "Er ist ein toter Mann." Und ich wusste, daß ich die Initiative ergreifen musste."

"Was hast du denn getan?" fragte ich ihn. "Nun, als mich so ein Ungetüm von Aufnahmeschwester mit lauter Stimme befragte und wissen wollte, ob ich auf irgendetwas allergisch sei, bejate ich. Die Ärzte und Schwestern hielten inne und warteten auf meine Antwort. Ich atmete tief durch und brüllte zurück: "Auf Schwerkraft!" Während das ganze Team lachte, erklärte ich ihm: Ich entscheide mich zu leben. Also operieren sie mich, als wäre ich lebendig und nicht tot."

Michael überlebte dank der Fähigkeit seiner Ärzte, aber auch wegen seiner bewundernswerten Einstellung. Von ihm lernte ich, daß wir jeden Tag die Wahl haben, in vollen Zügen zu leben.

Geniesse das Leben,
es ist das einzige, was du hast.

Das Herz

Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt
und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe.
Eine große Menschenmenge versammelte sich, und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt.
Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm recht, es war wirklich das schönste Herz, was sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz
und prahlte lauter über sein schönes Herz.

Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: "Nun, dein Herz ist nicht mal annähernd so schön, wie meines." Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an. Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt  und durch andere ersetzt worden waren.
Aber sie passen nicht richtig, und es gab einige ausgefranste Ecken. Genauer an einigen Stellen waren tiefe Furchen,
wo ganze Teile fehlten.Die Leute starrten ihn an: Wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner, dachten sie?
Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz,
sah dessen Zustand und lachte: "Du musst scherzen", sagte er, "Dein Herz mit meinem zu vergleichen.
Meines ist perfekt und deines ist ein Durcheinander
aus Narben und Tränen.""Ja", sagte der alte Mann, "deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen.
Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen, und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt.
Aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten.Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde. Und ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt,
was wahre Schönheit ist?"

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen. Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte. Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen.
Sie umarmten sich und gingen weg,
Seite an Seite.

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